Mittwoch, 7. Februar 2007

Singapur: Richtiges Verhalten / Verbote

[Singapur: Richtiges Verhalten / Verbote]

Bereits mehrfach wurden oben bereits die Verbote, Gebote und damit einhergehenden Strafen bei Nichteinhaltung erwähnt. Für uns in dieser Konsequenz ungewohnt, zeigen sie aber doch gute Erfolge, was das Aussehen der Stadt in Punkto Sauberkeit betrifft, vor allem aber bei der Kriminalitätsrate. Singapur, so kann man mit gutem Gewissen sagen, ist eine der sichersten Städte der Welt, trotz hoher Bevölkerungsdichte und hohem Touristenaufkommen. Sie können mit gutem Gewissen zu jeder Tages- und Nachtzeit jeden Ort besuchen.

Erkauft wird dies mit rigiden Vorschriften, die uns ungewöhnlich, einengend und vielleicht auch übertrieben erscheinen. Der Erfolg der Stadt scheint dem Konzept jedoch Recht zu geben. Was aber dem Besucher klar sein muss: Alle Regeln gelten auch für den Ausländer, und auch hier gilt der Spruch: Unwissenheit schützt vor (schmerzhafter) Strafe nicht.

Hier ein paar kleine Tips, wie man sich richtig verhält:


  • Allgemein gilt: Man sollte aufmerksam die Fine-Schilder lesen. Dann weiß man hoffentlich, was verboten ist

  • Essen, Trinken und Rauchen ist in öffentlichen Verkehrsmitteln und U-Bahnhöfen verboten. Strafe 500 bis 5000 S$

  • Straßen überquert man nur an den dafür vorgesehenen Stellen

  • Man spuckt nicht auf die Straße

  • Man lässt keinen Müll liegen

  • Kein Kaugummi kauen und unbedacht wegspucken, keine Zigarettenkippe auf den Boden werfen. Es werden entweder hohe Geldstrafen oder – nicht viel angenehmer – Sozialarbeit verhängt: Mit einer Leuchtweste ausgestattet (Aufschrift: Order for corrective work) darf man dann den Strand säubern.

  • Mutwillige Sachbeschädigung oder Graffitis können mit einer Prügelstrafe geahndet werden

  • Generelles Rauchverbot gilt in allen öffentlichen Einrichtungen incl. öffentlichen Verkehrsmittel und Personenansammlungen mit mehr als 5 Personen. In der Warteschlange mal eben schnell eine rauchen? Besser zählen Sie zuerst die Wartenden. Das ist KEIN Witz! Diese Regelung gilt natürlich nicht für Bars und Discos. In Restaurants dagegen gilt sie!

  • Der Besitz nicht jeder ausländischen Zeitung / Zeitschrift ist erlaubt. Das Mitführen eines ‚Playboys’ z.B. ist nicht gestattet und steht, raten Sie mal, unter Strafe. Druckerzeugnisse aus Malaysia sind sogar prinzipiell verboten!

  • Bestimmte sexuelle Praktiken sind von Staats wegen verboten. Sie werden als ‚unnatürlich’ bezeichnet und stehen unter Strafe. Hierunter fallen Anal- und Oralverkehr sowie jegliche Spielart homosexuellen Verkehrs.



Interessanter Weise sieht man relativ wenig Polizisten auf den Straßen, die die ‚Übeltäter’ zur Rechenschaft ziehen könnten. Anscheinend setzt man mehr auf Prävention, d.h. auf Informationen wie diese, die dem Besucher bereits im Vorfeld gehörig Ehrfurcht einbläuen sollen. Vielleicht wird aber der öffentliche Raum auch per Kamera überwacht, das ist schwer zu sagen.

Null Toleranz haben die Behörden Singapurs bei Drogenvergehen! Besitz, Herstellung, Handel, Ex- bzw. Import stehen unter drastischen Strafen. Man sollte sich vorher genau überlegen, was man tut: Bei einem nachgewiesenen Besitz von beispielsweise 15 g Heroin, 28 g Morphium oder 500 g Cannabis MUSS zwingend die Todesstrafe durch Erhängen verhängt werden. Auch Ausländer sind hiervon nicht ausgenommen. Dass dies kein Spaß ist, soll vielleicht noch die Tatsache belegen, dass Singapur relativ zur Einwohnerzahl die HÖCHSTE Hinrichtungsrate der Welt hat. Begnadigungen sind äußerst selten und auch die Interventionen der eigenen Botschaften / Regierungen fruchten in der Regel nichts.

Aber auch der Drogenbesitz UNTER den oben genannten Gewichtsschwellen wird bereits empfindlich bestraft. Im Zweifelsfalle Singapur erst gar nicht besuchen oder – noch besser – clean bleiben! Das hat noch keinem geschadet, vor allem nicht in Singapur.

Gleichwohl muss man sagen, dass sich in den letzten Jahren Tendenzen bemerkbar machten, diese sehr restriktiven Verbote und Vorschriften etwas zu lockern. Gerade auch unter dem Aspekt, dass man das Touristenaufkommen stark steigern will, hat man erkannt, dass das rigide Vorgehen nach außen nicht sehr gut aussieht.

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