[Thailand Kultur]
Die thailändische Kultur ist einerseits geprägt vom Buddhismus, verweigert sich aber auf der anderen Seite auch nicht ‚modernen’ oder ausländischen Einflüssen. Eines der wesentlichen Merkmale des zwischenmenschlichen Zusammenlebens ist der Respekt vor dem anderen, vor dem Älteren, vor dem Höhergestellten. Zudem sind die Thais freundlich (Das Land des Lächelns), was aber für den westlichen Besucher manchmal schwer zu interpretieren ist. Denn natürlich gibt es dabei auch graduelle Abstufungen, die für den Außenstehenden oftmals schwer zu durchschauen sind. Ein Beispiel mag der traditionelle thailändische Gruß sein, der Wai. Das Gegenüber wird mit zusammengelegten Handflächen begrüßt. Dann aber beginnen schon die Feinheiten: Die jüngere oder sozial tiefer stehende Person beginnt den Gruß, hält die zusammengelegten Finger in Kopfhöhe. Der Ältere / Ranghöhere erwidert den Gruß, hält die zusammengelegten Hände jedoch auf Brust bzw. Kinnhöhe. Für den Thai ist es peinlich, wenn übereifrige Touristen dieses Begrüßungsritual falsch anwenden. Im Restaurant z.B. wird die Bedienung zuerst grüßen, der Tourist als höhergestellte Person seine Hände tiefer halten. Mit dieser Geste kann man übrigens auch seinen Dank ausdrücken. Mönche z.B. erwidern keine Begrüßung von Laien, sie grüßen nur ältere Mönche bzw. Buddhastatuen.
Abweichend von der Thai-Bevölkerung finden wir im Norden die Bergvölker, die der Lam-Na-kultur entstammen. Ethnisch unterschiedlich haben sie auch ganz eigene Sitten und Bräuche, eine eigene Sprache und eine verschiedene Küchenkultur.
Die klassische thailändische Literatur ist stark von der buddhistischen und hinduistischen Kultur geprägt. Dabei ist das wohl bekannteste Werk das Epos Ramakien, das auf dem indischen Ramayana basiert. Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts, als König Rama I. sich um das Ramakien verdient machte, indem er es erweiterte, fördert das königliche Haus Kultur und Literatur. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wird die klassische Versform zunehmend von der Prosaform ersetzt. Moderne thailändische Autoren sind Mae Anong, Kukrit Pramoj und Pira Sudham. Neben dem Ramakien am bekanntesten ist die Erzählung Inao und die Bücher von Kukrit Pramoj („Many Lives“ und „Four Reigns“). Derzeit sehr beliebt als Mitbringsel ist das von dem aktuellen und sehr beliebten König Bhumiphol verfasste Buch über seine Hunde.
Neben den vielen sehenswerten buddhistischen Tempeln (Wats) finden wir in Thailand auch mehrere zum UNESCO Welterbe erhobene Stätten: Zum einen die Ruinenstädte Sukhothai und Ayutthaya, zum andern die historischen Stadt Ban Chiang im Nordosten Thailands, an der heute noch archäologische Ausgrabungen stattfinden. Alle drei sind touristisch erschlossen.
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