[Thailand: Tischsitten]
Bis zum Ende des 18. Jahrhundert wurde in Thailand im Wesentlichen mit den Fingern gesessen. Selbst heute noch kann man dies in manchen Gebieten anfinden, speziell Gerichte mit Klebereis eignen sich hierfür hervorragend. König Mongkut führte Anfang des 19. Jahrhunderts an seinem Hofe dann die Sitte ein, mit Gabel und Löffel zu essen. Mit dem König als Vorbild verbreitete sich diese europäische Sitte sehr schnell über das ganze Land. Messer sind nicht üblich, da bereits beim Kochen mundgerechte Happen geschnitten werden. Die Gabel wird lediglich verwendet, um die Speisen auf den Löffel zu schieben. Dem Thai gilt es als nicht sehr fein, wenn jemand die Gabel zum Munde führt. Lediglich kleinere Obstgabeln sind zulässig.
Die aus dem chinesischen-asiatischen Umfeld stammenden Essstäbchen (chop sticks) werden nur zum Verzehr von Gerichten mit chinesischem Ursprung verwendet, wie z.B. Nudel- oder Reissuppen. Dabei wird der Löffel mit der linken Hand geführt, um die Suppe aufzunehmen, die Rechte führt die Stäbchen für die Einlagen wie Nudeln, Reis etc.
Die Gerichte werden im Restaurant nicht portionsweise serviert. Es werden Schüsseln, Schalen und Dipschälchen etc. auf den Tisch gestellt, woraus sich dann jeder bedienen kann. Damit gibt es auch keine fest definierte Menuereihenfolge. Von der Suppe bis zum Curry findet sich hier alles. Es gilt dabei als nicht fein, die Schüsseln in die Hand zu nehmen, um sich aufzutun. Ebensowenig sollte man fragen, ob eine nicht erreichbare Schüssel etc. gereicht werden kann. Vielmehr gibt man dem Tischnachbarn seinen Teller mit der Bitte, diesen zu füllen. Da die Thais aber sehr aufmerksame Gastgeber sind, werden sie schon dafür sorgen, dass der Teller des Gastes immer gut gefüllt ist.
In den Familien wird überwiegend auf dem Boden sitzend gegessen, nicht jedoch in den Restaurants. Schmatzen, Rülpsen etc. sind ebenso verpönt wie bei uns. Der aufmerksame Gast sollte ebenso vermeiden, Geräusche mit dem Besteck und den Tellern bzw. Schüsseln zu machen.
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