[Singapur: Kurze Geschichte]
Die ältesten archäologischen Funde stammen aus dem dritten nachchristlichen Jahrhundert. Als die Ost-Indien Company im Jahre 1819 ihren Außenposten auf der Hauptinsel eröffnete, war diese als Zufluchtsort für Piraten bekannt und von gerade mal 20 Familien (mehrheitlich Fischern) bewohnt. Schnell gewann sie für den britischen Handel an Bedeutung, was dazu führte, dass die Company für 60000 Dollars und einer Jahresrente von 24000 Dollars bereits fünf Jahre später dem Sultan von Johor die gesamte Insel abkaufte.
Im Jahre 1867 wurde Singapur britische Kronkolonie, was der Wichtigkeit der Stadt als großem regionalem Handelshafen und als Knotenpunkt für den Handelsverkehr zwischen Europa und China Rechnung trug. Im Jahre 1880 lebten bereits über 170000 Menschen im Stadtgebiet Singapurs.
Im Jahre 1942 von den Japanern besetzt blieb Singapur bis Kriegsende unter japanischem Einfluss. Danach übernahmen die Briten wieder die Herrschaft, im Jahre 1959 wurde dann der erste Schritt zur Unabhängigkeit gemacht: Singapur wurde eine selbständige Kronkolonie. Im Jahre 1962 schloss sich Singapur nach einer Volksabstimmung mit Malaysia zusammen, womit die fast 150-jährige britische Vorherrschaft endete.
Unruhen zwischen chinesischen und nicht-chinesischen Einwohnern und innenpolitische Rivalitäten mit der Zentralregierung in Malaysia führten 1965 dazu, dass Singapur aus dem Staatenverbund wieder ausgeschlossen wurde. Dies war der Beginn Singapurs als Stadtstaat, wie wir ihn heute kennen.
Aufgrund der räumlichen Begrenztheit und der wirtschaftlichen Abhängigkeit von Malaysia kamen schwere Zeiten: Massenarbeitslosigkeit, Rohstoffknappheit, zu wenig Wohnraum. Letztlich führte dies alles zu den zentral geplanten Aufbauaktivitäten, die oben bereits beschrieben wurden. Innerhalb einer Generation schaffte Singapur dann den Aufstieg von einem abhängigen Entwicklungsland zu einem souveränen und allseits anerkannten Tigerstaat, der in der Region, aber auch weltweit Schwerpunkte in Wirtschaft und Forschung setzt.
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